Bibelmail Nr. 82: „Antisemitismus unter dem Deckmantel eines Hollywood-Films“

11.03.2004 in BILD (die ich sehr selten lese)

Antisemitismus unter dem Deckmantel eines Hollywood-Films“
MICHEL FRIEDMAN WARNT VOR BLUTIGEM JESUS FILM

Der Journalist Michel Friedman bekam für seinen Aufruf eine
halbe Seite in BILD.

Seine Vorwürfe:

„Der religiös begründete Antisemitismus ist der älteste und
der, der Europa am meisten vergiftet hat …“

„Wenn ich mir vorstelle, dass wir diesen Film auch jungen
Menschen zeigen und sie aus dem Film mitnehmen, dass die
Juden die Verantwortung für den Tod Jesu Christi haben, dann
ist dies eine explosive Brisanz, die wir nicht hinnehmen
dürfen.“

In Gefahr sieht Friedman auch das gute Verhältnis zwischen
Juden und Christen:

„Es war die Arbeit von vielen, vielen tausend Menschen, die
Grundlage zwischen beiden Religionen auf eine respektvolle
und gleichberechtigte Ebene zu führen.“ Hollywood-Star
Gibson gehe „unverantwortlich und hochgefährlich“ mit den
Errungenschaften des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-
1965) um.

Dankbar ist Friedman deshalb jenen Kirchenvertretern, die
die Defizite des Films offen ansprechen: „Dass Kardinal
Lehmann als Vorsitzender der Katholischen Bischofskonferenz
sich distanziert hat, ist für mich ein Beweis, dass der
Respekt untereinander siegen wird. Nicht der Versuch, wie
Gibson es macht, die Religionen aufeinander zu hetzen. Das
hat keine Zukunft. Das darf keine Zukunft haben, denn wir
wissen, wohin das führt.“

Friedman: „Judenfeindlichkeit ist Menschenfeindlichkeit,
Ausländerfeindlichkeit ist Menschenfeindlichkeit. Erst wenn
wir lernen, dass jeder Angriff gegen Minderheiten ein
Angriff auf uns alle ist, können wir das Phänomen erfolg-
reich und endgültig bekämpfen.“

BILD: Gestern warnte auch die evangelische Kirche vor dem
Film. Er schüre „indirekt“ antisemitische Ressentiments.

Mir persönlich stellt sich folgende Frage:

Kann es sein, dass Juden und Vatikan einen „Kuhhandel“
eingingen und sich darauf geeinigt haben, dass

  • der Vatikan bzw. die Katholische Kirche die Juden für den

Tod Jesu Christi nicht mehr verantwortlich machen (wenn-
gleich das völlig unbedeutend ist, weil ja das Gegenteil in
der Bibel steht)

und als Gegenleistung

die Juden die Katholiken für den Holocaust nicht mehr
verantwortlich machen und damit auf Schadensersatzzahlungen
verzichten, weshalb nachträglich z.B. die deutsche Industrie
und der deutsche Steuerzahler bezahlen musste?

Es ist nicht unser Problem, was sie aushandelten. Aber es
ist bezeichnend, wie „lieb“ man sich auf einmal auf Kosten
des Evangeliums hat. Freilich, der Vatikan hat von seiner anti-
semitischen Haltung bis heute nichts widerrufen. Es gab
lediglich eine nichtssagende Bla-Bla-Entschuldigung des
Papstes, in der jedoch pauschal die Deutschen, insbesondere
die Unternehmer verantwortlich gemacht wurden.

Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen, ich bin auch ein
Gegner von so genannten „Jesus-Filmen“. Aber aus einem
anderen Grund: siehe 2. Gebot in 2. Mose 20

Den folgenden Leserbrief schrieb ich an BILD. Er wurde natürlich nicht
veröffentlicht. Die Wahrheit muss totgeschwiegen werden:

Der Urheber des religiös begründeten Antisemitismus ist der
Papst, der 1212 den Judenstern einführte und die ersten Juden
in Ghettos stecken ließ. Dies wurde auch durch den derzeit
amtierenden Papst bestätigt, der sich anmaßt wie Gott
„unfehlbar“ zu sein und behauptet, seine Vorgänger seien es
auch gewesen.

Jetzt fehlt praktisch nur noch der Antrag von Herr Friedman
an den Papst, die Bibel zu ändern, weil nach seiner
Auffassung das Neue Testament purer Antisemitismus sei.
Sicher kein Problem, denn die Katholische Kirche hat ja auch
schon die Zehn Gebote gefälscht (vgl. 2. Mose 20 mit dem
katholischen Katechismus)!

Statt sich (auch finanziell) an die geistigen Holocaust-
Urheber und Verantwortlichen für den Tod seiner Familie bzw.
ihre Nachfolger im Vatikan und in der Katholischen Kirche zu
wenden, werden systematisch und pauschal alle Deutschen, die
nach 1945 geboren wurden, ständig von Herrn Friedman daran
erinnert, was den Juden angetan wurde.

Doch viele Deutsche wollen weder mit diesen Religions-
Verbrechern, die in den letzten Jahrhunderten mehr Menschen
wegen ihres Glaubens umbringen ließen, als Hitler, Stalin
und alle Diktatoren der Weltgeschichte zusammen – und von
denen sich weltweit viele inzwischen auch als Kinderschänder
einen Namen gemacht haben -, noch mit Links- oder
Rechtsextremisten etwas zu tun haben.

Deshalb darf wohl auf keinen Fall daran erinnert werden,
dass von Satan geführte Juden (nicht alle Juden!) ihren
eigenen Landsmann, den Messias Jesus Christus, grundlos
hingerichtet haben.

Dabei könnten wahre Nachfolger Jesu froh darüber sein, dass
Gott sowohl dies zuließ, wie auch 34 n.Chr. (Ende der 490
Jahre gemäß Daniel 9, 24 ff.) die Steinigung des Stephanus
(Apostelgeschichte 7, 58).

Hätten die Juden Jesus als Messias angenommen und nicht ihre
Propheten umgebracht (Apostelgeschichte 7, 52), wären sie,
wie im Alten Testament vor dem Kommen des Messias, das Volk
Gottes geblieben und die Verkündigung des Evangeliums an die
so genannten „Heiden“, also an uns in Europa, hätte vielleicht
nie stattgefunden.