Bibelmail Nr. 99: Denn wo das Aas ist, da sammeln sich die Geier. ( Matthäus 24, 28 )

Wo ist das Aas?

Als Jesus den letzten Abfall der Christenheit sah und im Hinblick auf die Zeit vor seiner Wiederkunft sagte:

„Meinst du, dass, wenn des Menschen Sohn kommen wird, er auch werde den Glauben finden auf Erden?“ (Lukas 18, 8 ), da hinterließ er uns in seiner großen Weissagungsrede vom Ende der Welt nach Matthäus 24, 28 die Warnung:

„Denn wo das Aas ist, da sammeln sich die Geier.“

Die Auslegung dieses prophetischen Rätsels ist heute nicht allzu schwer.

So schrieb eine Zeitung schon im Jahre 1922 zu diesem Thema:

„Wie kommt es, dass jetzt alle Völker der Erde um Europa versammelt sind wie die Raubvögel um das Aas?
Ihnen allen voraus schwebt der Bolschewismus wie ein furchtbarer Riesenadler über Europa. Wer lockt ihn herbei?

Der Fäulnisgeruch, der von Europa ausströmt, lockt von den Enden der Welt die Adler des Gerichts herbei.

Das Familienleben, das Staats- und Geschäftsleben und auch das kirchliche leben sind faul geworden durch den Mammongeist. Aber müssen wir nicht das kirchliche Leben von der Anklage ausschließen?

Nein, gerade dieses ist ja die größte Ursache der Fäulnis Europas, denn ihm fehlt das Salz, ..die Kraft sowohl wie auch der Wohlgeschmack des Salzes: die Kraft unverfälschter göttlicher Wahrheit und der Wohlgeschmack unverfälschter göttlicher Liebe. Wir haben eine fade, salzlose Christenheit. Darum muss Europa verfaulen, müssen jetzt die Geier sich sammeln.

Das stand in „Aufwärts“ vom 10. September 1922

Heute, 85 Jahre nach dieser Aussage, kann ein jeder ehrliche Beobachter der Weltpolitik die Richtigkeit dieser Auslegung in der inzwischen noch größer gewordenen Gefahr aus dem Fernen Osten selbst erkennen und bestätigen.

Das Christentum war zum erhaltenden, heiligenden „Salz“ für die übrige Menschheit berufen. Aber anstatt mit einem echten Christentum und heiligen Vorbild gemäß dem Missionsbefehl Jesu in erster Linie „das Evangelium allen Völkern zu predigen“, suchten die westlichen Kaufleute nur ihren finanziellen Vorteil im ostasiatischen Raum, und statt mit der Kraft des Evangeliums die menschliche Natur und Leidenschaft dort dämpfen und tilgen zu helfen, scheute sich der weiße Mann z.B. nicht, mit dem hässlichen Opiumhandel und Opiumkrieg das asiatische Volk zu schädigen.

Ist es da ein Wunder, wenn sich der ungehemmte Zorn jener heidnisch gebliebenen Völker gegen das wertlose, faule Salz der abgefallenen Christenheit wendet und damit das andere Wort Jesu erfüllt:

„Wo nun das Salz dumm wird, womit soll man’s salzen? Es ist hinfort zu nichts nütze, denn dass man es hinausschütte und lasse es die Leute zertreten.“ (Matthäus 5, 13)

Weil die Christen in ihrem Missionsauftrag für die Völker versagt haben, kommen die oben genannten sündigen Leidenschaften der heidnisch gebliebenen Völker in verstärktem Maße auf die untreue Christenheit zurück und vollführen so mit göttlicher Zulassung ein gerechtes Gericht, von dem himmlische Zeugen ausdrücklich bestätigen:

„Ja, Herr, allmächtiger Gott, deine Gerichte sind wahrhaftig und gerecht!“ (Offenbarung 16, 7)

Dazu kündigt Gott selbst in Hosea 8, 1; Habakuk 1, 5-9 an:

„Rufe laut wie eine Posaune:

Ein Adler kommt über das Haus des HERRN, darum dass sie meinen Bund übertreten und sich gegen mein Gesetz aufgelehnt haben.

Schauet unter den Heiden, sehet und verwundert euch; ich will etwas tun zu euren Zeiten, welches ihr nicht glauben werdet, wenn man davon sagen wird.

Denn siehe, ich will … Ein grimmiges und gestümes Volk erwecken, welches ziehen wird, soweit die Erde ist, Wohnungen einzunehmen, die nicht sein sind;

und wird grausam und schrecklich sein; das da gebietet und zwingt, wie es will.

Ihre Rosse sind schneller denn die Parder, und behender denn die Wölfe des Abends. Ihre Reiter ziehen mit großen Haufen von Ferne daher, als flögen sie, wie die Adler eilen zum Aas.

Sie kommen allesamt, dass sie Schaden tun; wo sei hin wollen, reißen sie hindurch wie der Ostwind, und werden Gefangene zusammenraffen wie Sand.“

Man beachte bei der hier und zuvor aufgezeigten Weissagung in Gottes Wort, wie deutlich der letzte Völkersturm aus Asien mit allen wesentlichen Merkmalen wortwörtlich gekennzeichnet ist:

Gott will, weil sein heiliges Gesetz mit Füßen getreten wird, zum Streit am Tag des Herrn einzorniges Gerichtswerkzeug in Gestalt der sich versammelnden Völkerschaften in fernen Landen vom Ende des Himmels gleich einem Ostwind heranführen und mit diesen Geiern vom Fernen Osten her über das Haus des Herrn, nämlich über die abgefallene Christenheit kommen, um dieser gerichtsreifen Welt ein Ende zu bereiten.

So wie Gott schon einmal seine Warnung an der vorsintflutlichen Menschheit wahrmachte und ein weltweites Verderben brachte, ebenso gewiss wird Gott auch seine deutlichen Ankündigungen vom Gericht über die letzte Menschheit verwirklichen.

„Schauet unter den Nationen, wundert und entsetzt euch! Denn ICH will in euren Tagen ein Werk tun, welches ihr nicht glauben werdet, wenn man davon sagen wird.

Denn siehe, ICH will die Widersacher erwecken, ein grimmiges und ungestümes Volk, welches die Weiten der Erde durchzieht, um Wohnplätze einzunehmen, die ihm nicht gehören. Sie ziehen in großen Haufen wie ein Ostwind daher, ihre Front strebt unaufhaltsam vorwärts, grausam und schrecklich wird es sein. Sie fliegen von ferne herbei wie die Geier, die sich auf das Aas stürzen. Dies Gesicht gilt für die Endzeit und trügt nicht, spricht der HERR.“ (Habakuk 1, 5-11; 2.3)

(Quelle: Schlachter-Bibel 2000,
„Alarmsignale aus dem Fernen und Nahen Osten“ von Dr. Eberhard Vorndran)